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Wachablösung
BSG Franz Mehring Marga, SG Einheit Meerane, SG Dresden-Friedrichstadt und BSG Waggonbau Dessau – das Teilnehmerfeld der ersten DDR-Oberligasaison 1949/50 war ein ganz anderes, als später aus den 70ern und 80ern gewohnt. Als FDGB-Pokalsieger 1949 (1:0 gegen Gera-Süd in Halle) qualifizierte sich die BSG Waggonbau Dessau für jene erste Spielzeit, benannte sich noch während der Saison in BSG Motor Dessau um und spielte unter dem Erfolgstrainer Willi Braun eine passable Rolle. In das 1952 eröffnete Paul-Greifzu-Stadion strömten bis zu 32.000 Zuschauer, doch rutschte der Verein, nachdem der Trainer aus politischen Gründen gehen musste, sportlich ab und wurde 1974 von der ASG Vorwärts Dessau abgelöst. Die Zweitligamannschaft wurde aus Leipzig nach Dessau delegiert und spielte bis 1991 nonstop zweitklassig. Zweimal klopfte man in den Aufstiegsrunden am Tor zur Oberliga an, doch reichte es 1976 und 1984 sportlich nicht. Dass auch Vorwärts Zuschauer ziehen konnte, sah man in der Aufstiegsrunde 1984, als im Schnitt über 5.100 Fußballfreunde zu den Heimspielen kamen.
Als ich neulich nach Leipzig zum Finale der Conference League düste, um mit den spanischen und englischen Fans ein Bierchen zu zischen, legte ich vormittags spontan einen zweistündigen Aufenthalt in Dessau ein und ging wieder einmal auf Spurensuche. Neben dem Paul-Greifzu-Stadion war das Sportforum am Friederikenplatz das Ziel meiner Zehn-Kilometer-Runde. Grüne Idylle und die Farben Gelb und Rot empfingen mich auf der Anlage, wo die 2005 neu ins Leben gerufene ASG Vorwärts Dessau ihre Heimspiele austrägt. Nachdem in der Kreisoberliga kürzlich im direkten Abstiegsduell gegen Merzien drei Punkte eingefahren worden waren, ging nun das Heimspiel gegen Union Sandersdorf II vor 67 Zuschauern mit 2:4 verloren. Merzien siegte indes in letzter Minute und zog wieder vorbei. Der Abstieg in die Kreisliga ist für Vorwärts kaum noch zu verhindern.
Sportlich besser sieht es indes beim SV Dessau 05 aus – dem Nachfolgeverein von Waggonbau bzw. Motor Dessau. In der Verbandsliga belegt man aktuell Rang zwei hinter dem feststehenden Aufsteiger SSC Weißenfels. Am vergangenen Sonnabend wurde mit 2:1 im Elmseloh gewonnen, im letzten Heimspiel der Saison wird der SSV Havelwinkel Warnau empfangen. Allerdings werden die Heimspiele nicht im weitläufigen Paul-Greifzu-Stadion ausgetragen, sondern im Stadion am Schillerpark. 140 Zuschauer kamen zuletzt gegen Fortuna Magdeburg, knapp 300 waren es noch zum Saisonbeginn. Zuletzt spielte man 2006/07 in der NOFV-Oberliga und hatte unter anderen den HFC und Sachsen Leipzig zu Gast. Bitteres geschah am 18. Mai 2004, als im Paul-Greifzu-Stadion das Landespokalfinale gegen den TSV Völpke vor 2.300 Zuschauern mit 2:3 verloren ging. Völpke bekam im DFB-Pokal den FC Bayern München zugelost. Kurzum: Es hätte für Dessau 05 alles ganz anders kommen können.
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