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27.05.2026
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Tenor Madness
Jazzsaxophonist Sonny Rollins verstorben
Der legendäre Saxophonist und Jazzkomponist Sonny Rollins ist tot. Rollins starb am Montag im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Woodstock im US-Bundesstaat New York, wie es in einem Post auf seiner offiziellen Facebook-Seite heißt. Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekanntgegeben.
Wenn das Leben eines kreativen Menschen ende, setze es sich in der nächsten Existenz fort, zitierte Rollins Agentin Terri Hinte den Musiker in einer von mehreren US-Medien verbreiteten Mitteilung: »Ich gehöre zu den Menschen, die glauben, dass dieses Leben nicht alles bedeutet.«
Rollins wurde 1930 im New Yorker Stadtteil Harlem geboren. Mit seinem unverwechselbaren Ton – voll, robust, rau, zugleich aber subtil und nuanciert – galt der vielfach ausgezeichnete Rollins in der Jazzwelt als »Saxophonkoloss«. »Saxophone Colossus« war der Titel seines 1957 bei der Plattenfirma Prestige erschienenen Albums. Die Aufnahmesessions fanden am 22. Juni 1956 statt. Rollins selbst sah den Erfolg dieses Albums später gelassen: »Es war einfach eine weitere Aufnahmesession. Es war nicht eine meiner ersten Sessions als Leader, also hatte es keine besondere Bedeutung. Natürlich hatte ich großartige Musiker dabei (Max Roach, Tommy Flanagan und Doug Watkins, jW), und mit großartigen Musikern stand die Musik immer an erster Stelle – man wollte sie so hochwertig wie möglich machen. Aber darüber hinaus gab es damals keine Reflexion über dieses Album – und auch später nicht.«
Von seinen Aufnahmen gehören unter anderem »Oleo«, »Doxy« und »St. Thomas« zum Jazzstandard. Der Trompeter Miles Davis, den Rollins in seinen Anfangsjahren in verschiedenen Gruppen begleitete, nannte ihn »den größten Tenorsaxophonisten aller Zeiten«. Atemwegserkrankungen zwangen Rollins vor einigen Jahren in den Ruhestand.
In einem Interview mit dem Radiosender NPR aus dem Jahr 2017 erinnerte sich Rollins an seine Anfänge mit dem Instrument, auf dem er später zum Meister wurde. »Als meine Mutter mir ein Saxophon gab, das war damals die Great Depression«, sagte Rollins. »Es hat eine Weile gedauert, bis ich sie überzeugen konnte, dass ich wirklich spielen will. Sie hat dann ein gebrauchtes Saxophon von meinem Onkel bekommen. Ich hatte dieses Instrument – ging in mein Zimmer, habe die Tür zugemacht und war im Himmel.«
Die wichtigsten Aufnahmen von Rollins stammen aus den 50er und 60er Jahren. Wichtige Alben sind: »Brilliant Corners« (mit Thelonious Monk, Riverside 1956), »Tenor Madness« (Prestige 1956), »Sonny Rollins Vol. 1 u. 2« (Blue Note 1957), »Way Out West« (Contempor ry 1957), »Freedom Suite« (Riverside 1958), »The Bridge« (RCA 1962), »East Broadway Run Down« (Impulse 1967). (dpa/jW)
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