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Rider fordern Direktanstellung

Berlin. Anlässlich des 5. Riders Day am Mittwoch in Berlin warnten NGG und DGB vor einer weiteren Verschärfung der Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie. Hintergrund sind neue Stellenstreichungen beim Essenslieferdienst Lieferando. Aktuell sollen rund 100 Beschäftigte aus der IT-Abteilung in Berlin ihren Arbeitsplatz verlieren.

»Lieferando treibt den nächsten Kahlschlag voran. (…) Hier werden ohne Not gut qualifizierte Arbeitsplätze geopfert«, erklärte Guido Zeitler, Vorsitzender der NGG. Nach den Plänen des niederländischen Mutterkonzerns Just Eat Takeaway sollen Aufgaben künftig verstärkt durch künstliche Intelligenz übernommen und in einem sogenannten Shared Service Center (SSC) in Polen gebündelt werden.

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Daran zeige sich ein grundlegendes Problem: Plattformunternehmen lagern Verantwortung systematisch aus und drücken Beschäftigte in prekäre Arbeitsverhältnisse. »Immer mehr Rider werden in völlig unübersichtlichen Subunternehmerkonstruktionen beschäftigt – das heißt unsichere Verträge, schlechte Arbeitsbedingungen und Unklarheit, bei wem die Verantwortung liegt«, kritisierte Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied. NGG und DGB fordern deshalb, dass Unternehmen wie Lieferando verpflichtet werden, ihre Fahrerinnen und Fahrer direkt anzustellen. Sie sehen sich von der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Fleischbranche bestärkt. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.05.2026, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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