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Der Mann mit der »Zigarre«

Siegwart-Horst Günther auf den Spuren der Uranmunition im Irak. Ein Porträt

Foto: REUTERS
Uranmunition (30 Millimeter)

Nein, kein Wort war zurückzunehmen. Es stimmte schon, was ich vor kurzem in der jungen Welt geschrieben hatte, als ich das Buch zur atomaren Verseuchung im Jugoslawien-Krieg, »Uran 238. Das Krebsgeschoss«, rezensierte. Dessen Autor, Professor Srđan Aleksić, ein Rechtsanwalt aus dem südserbischen Niš, hat sich tatsächlich »den nicht hoch genug zu bewertenden Ruf als absoluter Experte« in Sachen Uranmunition erarbeitet.

Es stimmte aber auch, was mir ein Leser nach Veröffentlichung des Beitrags schrieb: Aleksić habe einen »Vorgänger« namens Siegwart-Horst Günther. Der werde trotz eines Wikipedia-Eintrags im allgemeinen kaum noch beachtet, obwohl er Geschichte geschrieben hat. Ein Geächteter. Er war es gewesen, der unter großem Risiko nachwies, dass die USA und Großbritannien durch Genfer Konventionen verbotene Waffen verwendeten: Laboruntersuchungen an mehreren wissenschaftlichen Instituten, etwa dem Hahn-Meitner-Institut und der FU-Klinik in Berlin-Charlottenburg, bekräftigten seinen Verdacht.

Ich hatte von Professor Günthers Erlebnissen im Irak gehört. Dort arbeitete er als Arzt und Forscher nach dem Zweiten (1991/91) und Dritten Golfkrieg (2003), und vor diesem Hintergrund hätte ich ihn auch – neben Aleksić – unbedingt würdigen sollen. Vielleicht machte mein Langzeitgedächtnis Probleme, ein beunruhigender Gedanke. Ich beschäftigte mich genauer mit dem Leben des 2015 in Sankt Peter-Ording verstorbenen und in Husum beerdigten Mannes. Und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine Lebensgeschichte breitete sich vor mir aus, wie es wohl kaum eine zweite gibt.

Mir fiel ein, dass ich ihm begegnet war. Das Interview lag zwar lange zurück, doch sah ich plötzlich vor meinem geistigen Auge, wie er – meine ich – in Begleitung von Brigitte Queck, einer Friedensaktivistin aus Potsdam, meine Redaktion besuchte. Das war Mitte 2006, aber er hatte schon länger Kontakt zur jungen Welt gehabt: Die Kollegen, die ihn vorher getroffen hatten, erzählten danach weiterhin davon, dass sie ziemlich geschockt waren, als er das abgebrannte Exemplar eines Geschosses auspackte und auf den Tisch legte – wann das war, lässt sich nicht mehr ganz genau nachvollziehen. Es liegt über drei Jahrzehnte zurück und musste irgendwann zwischen dem Ende des Zweiten Golfkrieges im April 1991 und dem 20. Juli 1992 geschehen sein, als sein atomares Mitbringsel gewaltsam beschlagnahmt wurde.

Mag sein, dass er wegen seines doch äußerst ungewöhnlichen Handelns, seines Aus-der-Reihe-Tanzens, in den Ruf geriet, eigen zu sein, ein Dickkopf. Wahrscheinlich hatte er diesen Eigensinn schon immer gehabt – ein unruhiger Geist, Humanist mit Zivilcourage, etwas Abenteurer vielleicht, Neuem gegenüber aufgeschlossen; hochgewachsen, schlaksig, Jahrgang 1925 aus Halle (Saale).

Schon seine Kindheit und Jugend hatten es in sich, wie man so sagt. Sohn einer jüdischen Mutter und eines Dorfschullehrers, der zu einem mittelhohen Nazifunktionär aufstieg und seinen Sohn drillte. Hitlerjugend, Arbeitsdienst, Wehrmacht, Stalingrad, schwer verwundet zurück, nach Hospitalaufenthalt von der Wehrmacht als Kurier eingesetzt. Das endete nach einer Fahrt von Paris nach Berlin abrupt: Er »fiel einigen Zivilisten in Ledermänteln und mit breitkrempigen Hüten in die Arme«, wie er es selbst beschreibt. Er galt als der wichtigste Verbindungsmann zwischen der Stauffenberg-Gruppe und der Widerstandsgruppe um General Dietrich von Choltitz in Paris und befand sich am 20. Juli 1944 abends, dem Tag des Attentats auf Hitler, auf der Rückfahrt aus der französischen Hauptstadt nach Berlin.

Einzelzelle in der Gestapo-Zentrale, blutig geschlagen, nach Monaten in verschiedenen Knästen Überführung ins KZ Buchenwald. Dass er nicht hingerichtet worden war, habe er einem bei der Waffen-SS einflussreichen Verwandten zu verdanken, vermutete er. Bei der Befreiung wog er bei einer Größe von 1,89 Meter 54 Kilo. »Ich war ein Muselmane, wie die dürren Gespenster im Lagerjargon genannt wurden, ein Mensch an der Grenze vom Diesseits und Jenseits.« Danach Humanmedizinstudium in Jena, Abschluss 1950, Arbeit in Frauenklinik, physiologisches Institut, Lehrauftrag an der Berliner Humboldt-Uni, 1954 habilitiert, Dozent.

Mit der DDR hatte er später so seine Probleme, als man ihm in seiner Fakultät aus politischen Gründen einen Leiter aus dem Westen vor die Nase gesetzt hatte, der sich als unfähig erwies und später als Informant westlicher Geheimdienste enttarnt wurde. Günther behielt die DDR-Staatsbürgerschaft, halbherzig, doch wirkten die Lockangebote der Bonner Botschaft in Bagdad und Damaskus, wo er zwischenzeitlich lehrte und forschte, nicht so wie gewünscht.

Seiner Autobiographie »Zwischen den Grenzen« von 2006 ist zu entnehmen, dass er zwar intensive Kontakte auch zur BRD pflegte, aber den Bonnern nicht wirklich traute: Der Eindruck, dass hinter deren Einladungen und Angeboten handfeste Interessen steckten, wirkte auf ihn abschreckend. Er war zuallererst Mediziner und wollte es sein, ein an sich eher unpolitischer Mensch. Aber wie das Leben so spielt …

Schon 1957, damals als Dr. med. Dozent an der Humboldt-Universität, startete er in einem Škoda Octavia aus der DDR Richtung Kairo; von Italien ging es nebst verschifftem Fahrzeug übers Mittelmeer nach Ägypten, wo er seine erste Professur antrat. Die Jahre der Unabhängigwerdung vieler Kolonialstaaten hatten begonnen, zugleich galt in Westdeutschland seit 1955 die »Hallstein-Doktrin«, mit der verhindert werden sollte, dass Drittländer die DDR anerkannten. Es glich etwas der seit Jahrzehnten andauernden Blockade, die die USA später über das revolutionäre Kuba verhängten. Die DDR hinderte das allerdings nicht, Kontakte in die »dritte Welt« zu pflegen und – häufig konspirativ – Befreiungsbewegungen und junge Nationalstaaten zu unterstützen.

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Günther forschte und lehrte nun also in Kairo, folgte seiner Profession, war rastlos als Forscher, Arzt und humanitärer Helfer unterwegs, lehrte auch an anderen Universitäten der arabischen Welt, in Syrien und Jordanien. Und schließlich zog es ihn für zwei Jahre in den Dschungel nach Gabun (bis 1958: Französisch-Äquatorialafrika). Auf Einladung von Albert Schweitzer arbeitete er von 1963 bis 1965 in dessen Urwaldkrankenhaus in Lambarene. Der Friedensnobelpreisträger, ein gläubiger Christ, hatte noch vor dem Ersten Weltkrieg unter kolonialen Bedingungen das Hospital aufgebaut, das weltweit auch wegen seiner Leprastation berühmt wurde. Ein beispielgebendes Pilotprojekt.

Im Anschluss besuchte Günther seine Eltern, die den Krieg überlebt, sich aber nach Westdeutschland abgesetzt hatten. Der Vater stand als ehemaliger stellvertretender Gauleiter von Halle auf der sowjetischen Fahndungsliste. Günther berichtet wenig darüber, nur dass die Eltern und er gemeinsam versucht hätten, nachzuholen, was »wir in den zwei Jahrzehnten zuvor versäumt hatten«.

Es folgten die Stationen England und Schottland, Tropeninstitut London, Uni Glasgow. Und von der nebligen Insel zurück in den warmen Süden nach Kairo, im Einsatz gegen die Wurmplage Bilharziose, eine schwere Infektionskrankheit, von der achtzig Prozent der Bevölkerung betroffen waren. Egel setzen sich im Blut fest und befallen Darm, Leber, Harnwege. Weitere Lehraufträge, danach, zu Beginn der 1980er, gründete er eine Praxis im nordfriesischen Sankt Peter-Ording und betrieb sie mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Ulrike, einer Oberärztin der örtlichen Klinik. Sie bekamen zwei Kinder, gerieten aber in finanzielle Turbulenzen. Und sahen sich plötzlich mit erschreckenden politischen Turbulenzen konfrontiert.

Foto: Manfred Siebinger/imago 6-7_1 Kopie.jpg
Der Mediziner und Forscher Siegwart-Horst Günther (24.2.1925–16.1.2015)

Günther: Es habe ihn »ein interessantes Angebot aus Israel« erreicht. »Ohne große Überlegung« habe er zugesagt, ein Behandlungszentrum für Schuppenflechte am Toten Meer zu übernehmen. Die Lokalpresse berichtete darüber, ein Mitglied der Ärztekammer, ehemals Sanitätsoffizier der Wehrmacht, leugnete ihm gegenüber die Dimension der Judenvernichtung und beschimpfte Günther antisemitisch.

Er war dann bereits in Israel, als seine Frau am Telefon erzählte, dass ihre Praxis angegriffen worden war. Judensternschmierereien am Briefkasten, nächtliche Anrufe, »Judenhure«, geworfene Knallkörper, Nazilieder wurden gebrüllt, auch der Hausverwalter sah sich von Unbekannten attackiert – Extremistenklima, Sturm und braune Wolkenfetzen an der Nordsee. Günther erstattete Anzeige und wandte sich an die internationale Presse. »Meine Frau zeigte sich dem Druck nicht gewachsen und trennte sich von mir.« Der Abschied sei »tränenreich und bitter« gewesen.

Knapp vor dem Beginn des Irak-Kriegs im Oktober 1990 war der Professor schließlich vom Ministerium für Forschung und Ausbildung in Bagdad zu einer »ärztlichen und Vorlesungstätigkeit« eingeladen worden. So beschrieb er selbst den Beginn seines erneuten Irak-Auftrags und merkte an: »Ich war zwar bereits 66 Jahre alt und mithin Rentner, doch der Eid des Hippokrates ist an keinen Kalender gebunden.«

Die geschändete, beunruhigte, schwer angeschlagene Region litt bereits unter den Folgen des Iran-Irak-Kriegs (1980–1988), auch als Erster Golfkrieg bekannt; die gegen Bagdad verhängten Embargos und die arabisch-arabische Auseinandersetzung um Ölreichtümer und Reparationsgelder dauerten an. Dass es dann allerdings in Folge der Kuwait-Annexion durch den Irak zum ersten militärischen Großeinsatz Washingtons im Nahen Osten kommen würde, war nicht absehbar, diplomatische Bemühungen und verschiedene Angebote liefen gerade auf Hochtouren.

Günther machte sich in verschiedenen Kliniken ein eigenes Bild: Es fiel erschreckend aus. So hatte sich die Sterblichkeitsrate unter Kindern verdoppelt. Im November wurde er von der deutschen Botschaft in Bagdad zur Ausreise aufgefordert. Zu Weihnachten zurück in Berlin informierte er Zweigstellen von Bonner Ministerien und forderte »humanitäre Hilfe«. Eine Antwort auf seine Eingaben erhielt er nicht. Günther: »Embargos dieser Art verfehlen nach meinem Eindruck ihre Wirkung, weil sie stets die Falschen treffen. Die Zeche zahlen immer der einfache Mann auf der Straße, die Frauen und Kinder.«

Am 17. Januar 1991 begannen die Luftangriffe im »Desert Storm« der Alliierten gegen Bagdad, erstmals live übertragen via CNN. Sie erklärten sich zu Zeiten des weltweiten Umbruchs geostrategisch vor allem aus der absehbaren Sonderrolle der Vereinigten Staaten als einzig verbliebener Supermacht. 575.000 US-Soldaten wurden aufgeboten, insgesamt mehr als 800.000 waren an einer internationalen Koalition beteiligt. Im April kam es zum Waffenstillstand. 76.000 US-Soldaten blieben im weitgehend zerstörten Land. Es starben bis zu 200.000 irakische Soldaten und bis zu 75.000 Zivilisten. Die Zahl der Toten in der »Koalition« betrug offiziell 355. Die Zahl von an Spätfolgen Leidenden ist nicht bekannt.

Günther brach – trotz allem oder erst recht – erneut in den Irak auf. Der Mediziner hatte Land und Leute kennengelernt und betätigte sich nun als Arzt im kurdisch besiedelten Norden. Zunächst vermutete er, die massenhaften Missbildungen von Kindern, Tumore und Sekundärinfektionen seien Waffen aus der ABC-Produktion des Saddam-Regimes geschuldet. Das änderte sich, als er weiter auf die Schlachtfelder in der Wüste der südirakischen Provinz Basra reiste. Dort waren Zehntausende oder mehr Menschen gestorben, dort rotteten die Überreste des Krieges vor sich hin, die ausgebrannten und zerstörten Panzer, dort lagen noch Projektile in Zigarrengröße im Sand, mit denen Kinder spielten. Wie schon im Norden hatten auch viele der Kinder, die im Hospital Basra behandelt wurden, mit den »Zigarren« gespielt. Und Günther selber hatte entsprechende Geschosse gefunden.

Es stellte sich heraus, dass massenhaft DU-Munition eingesetzt worden war, die bisher größte Menge bis heute, panzer- und bunkerbrechende Geschosse aus abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU), hochradioaktives Abfallprodukt aus Atomkraftwerken. Sie entwickeln hohe Hitzegrade. Ihren Staub verteilen Wind und Wetter auf dem Boden, und er gelangt ins Grundwasser. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind unüberschaubar, Tausende Soldaten der USA, Italiens, Großbritanniens und Serbiens erlitten irreparable Gesundheitsschäden. Vor allem aber die Bevölkerung.

Nach seiner Rückkehr – im Gepäck eine ausgebrannte »Zigarre« als Beweismittel, das er Experten zur Untersuchung vorlegen wollte – versuchte Günther vergeblich, in Deutschland auf das Problem aufmerksam zu machen. Wahrscheinlich hakten die Verantwortlichen die Folgen der Geschosse als das ab, was im Jugoslawien-Krieg als »Kollateralschaden« in den militärischen Sprachgebrauch einging. Oder sie wollten keinen Ärger mit ihren NATO-Partnern. Das Ergebnis blieb dasselbe. Die Munition wurde dem Universitätsklinikum Berlin-Charlottenburg, Strahlenklinik, nuklearmedizinische Abteilung, vorgelegt.

Günther: »Während der Analyse am 20. Juli 1992 drang ein Polizeitrupp in Schutzkleidung ins Labor ein, konfiszierte die Materialien und fuhr sie mit Sicherheitsaufgebot ab.« In der Folge wurde er, der die von diesen Projektilen verursachten Schäden enthüllt hatte, wegen »unerlaubten Waffenbesitzes« zu einer hohen Geldstrafe verurteilt und, nachdem er sich geweigert hatte, zu zahlen, in die JVA Neumünster eingewiesen. »Als mein Zustand nach einem dreieinhalbwöchigen Hungerstreik lebensbedrohlich geworden war, überdies hatte es Proteste gegeben, setzte man mich auf freien Fuß.«

Sein Anliegen, auf die DU-Munition hinzuweisen, war zwar erfüllt und wurde von großen Teilen der interessierten Öffentlichkeit genauso gesehen, an der Praxis änderte sich allerdings vorerst nichts. Die Dringlichkeit, auf die Folgen des Einsatzes von Atommunition aufmerksam zu machen, trieb Günther weiter um. Wegen des angerichteten Elends, aber wohl auch, weil absehbar war, dass weitere Kriegsschauplätze folgen würden. Offizielle Stellen der NATO, der USA und Großbritanniens bestritten jeglichen Zusammenhang zwischen Krankheitsbildern, verseuchten Gebieten und dem Einsatz ihrer atomaren Waffe. Die Faktenlage vor Ort ignorierten sie. Die Produktion ging weiter, Restjugoslawien war bereits im Kosovo-Krieg betroffen, und die Geschosse gehören zum Kriegsarsenal auch in der Ukraine.

»Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungskraft für kommende Leiden ist fast noch geringer«, beschreibt Bertolt Brecht 1952 die Misere mit dem subjektiven Faktor. Und schon 1941 hatte Stefan Zweig bemerkt: »Jedes Gebot humaner Sitte wird verletzt, Bomben töten Kinder, jede Stunde schafft unabsehbares Grauen, Menschen werden gejagt« – doch das Alltagsgeschäft floriert, »die Theater der Vergnügungsstätten, die Strandplätze, die Straßen (sind) ebenso überfüllt mit beschäftigten oder unbeschäftigten Menschen wie in einer friedlichen, einer ›nichthistorischen‹ Zeit – und zwar überall.«

Günther aber gehörte zeit seines Lebens zur leider viel zu kleinen Gruppe der Menschen, die sich einmischen.

→ Siegwart-Horst Günther: Zwischen den Grenzen. Mein Leben als Zeitzeuge. Verlag am Park, Berlin 2006, 258 Seiten, 34 Euro

→ Siegwart-Horst Günther, Gerald Götting: Was heißt Ehrfurcht vor dem Leben? Begegnung mit Albert Schweitzer. Verlag Neues Leben, Berlin 2005, 224 Seiten, 18 Euro

Zum Autor: Gerd Schumann

Gerd Schumann ist freier Autor und lebt in Mecklenburg und Berlin. Er war langjähriger Leiter des Auslandsressorts dieser Zeitung. Zahlreiche Publikationen, u. a. »Thomas Sankara« (2025), »Patrice Lumumba« (2024), »Wollt ihr mich oder eure Träume? Joschka Fischer« (2021). An dieser Stelle schrieb er zuletzt in der Ausgabe vom 24./25. Januar 2026 über 60 Jahre Floh de Cologne: »Der Hase schlägt Haken«

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.05.2026, Seite 6, Wochenendbeilage

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→ Leserbriefe
  • Emmo Frey aus Dachau 12. Mai 2026 um 12:27 Uhr
    Dieser Bericht über den Professor Günther ist atemberaubend und erschreckend! Dank an den Autor und an die jW! Die Sache mit der DU-Munition im Irak und in Serbien ist ja eigentlich bekannt, aber der Lebenslauf des Mediziners Günther ist kaum zu fassen. Neunzig Jahre widerständiges Leben, davon mehr als siebzig »Humanist mit Zivilcourage«! Dagegen verblassen doch etliche Preisträger des Friedensnobelpreises als heuchlerische Wichtel. Heutzutage wird alles Mögliche zum Heldentum aufgeblasen, dieser Mann Günther war ein wirklicher Held, der dem gewaltsamen Tod mehrfach von der Schippe sprang.
    • Onlineabonnent*in Barbara H. aus T. 12. Mai 2026 um 18:09 Uhr
      Wenn eine Ärztezeitung den Artikel zu Prof. Günter übernehmen würde, wäre das eine sehr große und wichtige Sache. Wir in der Schweiz kennen die Lungenkrebserkrankungen sehr gut, da zu uns viele Flüchtlinge aus Serbien und dem Kosovo kamen. In Serbien und Kosovo sind die vielen Kinderkrebserkrankungen, unter ihnen Mehrfachtumoren, an der Tagesordnung. Der Anwalt Srdjan Aleksic aus Niš in Südsserbien versucht, Entschädigungen zu erhalten für die Familien der erkrankten Soldaten. Auch ihm gilt unsere Hochachtung. Dr. Barbara Hug
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