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13.04.2026
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Im Bann Fanons
Ich erinnere mich noch gut, wie ich als Teenager von Büchern fasziniert war, mir aber nicht viele leisten konnte, weil sie so teuer waren. Also besuchte ich »Robin’s Bookstore« in der Innenstadt von Philadelphia und las dort nach Herzenslust. Natürlich hatte ich nicht vor, viele der Titel zu kaufen, in denen ich im Laden schmökerte, denn, wie schon erwähnt, ich konnte sie einfach nicht bezahlen.
In diesem Buchladen nahm ich einmal ein Buch mit dem Titel »Die Verdammten dieser Erde« von Frantz Fanon in die Hand. Zwar fand ich den Namen des Autors seltsam, aber ich drehte das Buch um und las den Text auf der Rückseite des Umschlags. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das Buch dort entweder als »Handbuch« oder »Bibel der schwarzen Revolution« bezeichnet. Ich bin mir nicht mehr sicher, was genau dort stand, aber nachdem ich den Text auf der Rückseite gelesen hatte, zog mich das Buch in seinen Bann, und ich war völlig gefesselt. Mir war sofort klar: Das war ein Buch, das ich nicht nur als junges Mitglied der Black Panther Party lesen musste, sondern das ich unbedingt persönlich lesen, das ich verschlingen wollte. Anders gesagt: Hätte ich es essen können, dann hätte ich es getan. Es zu lesen war eine wunderbare und faszinierende Erfahrung.
Was ich damals in der Hand hielt, war die erste englische Übersetzung des ursprünglich auf französisch verfassten Werkes. Später musste ich feststellen, dass die zweite Übersetzung leider sehr zu wünschen übrig ließ. Meiner Meinung nach schafft es jedoch keine der beiden Übersetzungen, die bemerkenswerte Genialität des Autors Fanon einzufangen. Mir ist jedoch die Erstausgabe in Erinnerung geblieben, aus der mir viele von Fanons Aussagen und Einschätzungen im Gedächtnis haftengeblieben sind. Diese erste Übersetzung hatte etwas Schönes und Poetisches an sich, das in der späteren Neuübersetzung verlorengegangen ist.
Am wichtigsten ist jedoch, dass wir niemals die Tatsache außer acht lassen: Was man als Teenager liest, bleibt einem ein Leben lang im Gedächtnis.
Übersetzung: Jürgen Heiser
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