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11.04.2026
- → Feuilleton
Das Stundenbuch
Mit Rainer Maria Rilke durchs Jahr
Wie sauer schmeckt um sechs das Brot der Frühe;
halb sieben steht das Frühstück auf dem Tisch.
Um acht, das Haus ist leer, der Lohn der Mühe:
Noch einmal Schlaf. Dann ist der Dichter »frisch«.
*
Ab zwölf geht es Gemeinheit an den Kragen,
und die Gewalten zittern vorm Sonett …
Um eins heißt es: Mehr Mittagessen wagen.
Im Anschluss schickt ein Gott mich aufs Klosett.
*
Nach zwei hat Kapital nichts mehr zu lachen,
um drei dann Kuchen und ein Milchkaffee
aus fair & bio, und ich lass es krachen
und schimpfe auf Parteien mit dem C.
*
Oder dem S, egal, es wird schon passen
und ist um viertel fünf mit Schwung vollbracht.
Dann heben sich, wie man so sagt, die Tassen;
zum Schluss ein Krimi. Und dann gute Nacht.
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