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24.03.2026
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Weißer Tod
Jede fünfte Tuberkuloseerkrankung in Europa bleibt nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unerkannt oder wird nicht gemeldet. 2024 seien knapp 162.000 Fälle gemeldet worden, heißt es in einem aktuellen Bericht. Tatsächlich sei von etwa 204.000 Erkrankungen auszugehen.
Zudem träten gegen Rifampicin resistente Tuberkulosebakterien in Europa in 23 Prozent der Fälle und damit rund siebenmal häufiger auf als im weltweiten Durchschnitt (3,2 Prozent). Das Antibiotikum Rifampicin gehört zu den Standardwirkstoffen gegen Tuberkulose. »Arzneimittelresistente Stämme sind wesentlich schwieriger zu behandeln, erfordern längere und komplexere Therapien und sind für eine deutlich höhere Sterblichkeit verantwortlich.«
Zwar sind die Fallzahlen seit 2015 deutlich gesunken. Doch Europa verfehle weiterhin wichtige Ziele in bezug auf Früherkennung, Behandlung und Nachverfolgung. In Deutschland gab es laut Robert-Koch-Institut (RKI) im vergangenen Jahr 4.070 Meldungen neu diagnostizierter Tuberkuloseerkrankungen. In 237 Fällen waren Kinder unter 15 Jahren betroffen. Drei von vier Menschen, bei denen in Deutschland eine Tuberkulose diagnostiziert wird, sind in einem anderen Land geboren, wie es im Bericht des RKI zum Welttuberkulosetag am Dienstag heißt. (dpa/jW)
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