Michelangelo wird abgestaubt
Michelangelos Fresko »Jüngstes Gericht« in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan wird in den kommenden drei Monaten einer aufwendigen Säuberung unterzogen. Nach rund 30 Jahren ist erstmals wieder eine umfassende Reinigung des Freskos nötig, um Schmutzablagerungen zu entfernen, die Farben und Kontraste im Laufe der Zeit abgeschwächt haben, wie die Staatsverwaltung des Vatikans mitteilte.
Das »Jüngste Gericht«, an dem Michelangelo (1475–1564) von 1536 bis 1541 arbeitete, bedeckt die zentrale Wand des Altars. Hunderttausende Besucher wollen jährlich beim Rundgang durch die Vatikanischen Museen das Fresko in der Sixtinischen Kapelle sehen.
Die Sixtinische Kapelle bleibt während der Arbeiten durchgehend für Besucher geöffnet. Möglich wird der Eingriff durch ein Gerüst, das die gesamte etwa 180 Quadratmeter große Wandfläche abdeckt. Ein Team aus Restauratoren arbeitet dabei hinter einer Bespannung mit einer Reproduktion des berühmten Werks.
Der zuständige Restaurator der Vatikanischen Museen, Paolo Violini, erklärte, die Maßnahme sei notwendig geworden, weil sich eine weißliche Schleierschicht gebildet habe, die durch die Ablagerung von Mikropartikeln fremder Stoffe entstanden sei, die über Luftbewegungen eingetragen würden. Die Ablagerungen hätten im Laufe der Zeit die Hell-Dunkel-Kontraste abgeschwächt und die ursprünglichen Farbtöne angeglichen.
Das »Jüngste Gericht« wirkt als beeindruckender Hintergrund für das Konklave, das traditionell in der Sixtinischen Kapelle abgehalten wird. Bei einer Papstwahl versammeln sich die Kardinäle der katholischen Kirche unter dem Fresko. (dpa/jW)
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