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Aus: Ausgabe vom 02.02.2026, Seite 10 / Feuilleton
Film

Verlust und Verbrechen

Der Film »Shame and Money« des in Jugoslawien geborenen und seit 1993 in Deutschland lebenden Regisseurs Visar Morina hat beim Sundance-Festival im US-Bundesstaat Utah einen wichtigen Preis gewonnen. Die deutsche Koproduktion holte in der internationalen Wettbewerbssparte »World Cinema Dramatic Competition« den Grand-Jury-Preis, wie die Veranstalter am Freitag bekanntgaben. Der Film dreht sich um eine Familie aus dem ländlichen Kosovo, die nach dem Verlust ihres Lebensunterhalts in die Hauptstadt umzieht. Die Jury lobte Morinas Film als »kraftvolle und einzigartige Darstellung von menschlicher Würde« mit einem »tiefen Mitgefühl« für seine Figuren. Der Regisseur war bereits 2020 mit der deutschen Koproduktion »Exil« mit Hauptdarstellerin Sandra Hüller im Sundance-Wettbewerb vertreten gewesen.

Der Hauptpreis des Festivals in der Sparte »U. S. Dramatic Competition« ging an das Drama »Josephine« von Regisseurin Beth de Araújo. Channing Tatum und Gemma Chan spielen darin ein Ehepaar, dessen achtjährige Tochter im Golden Gate Park in San Francisco Zeugin einer Vergewaltigung wird. Das bewegende Drama holte zudem den Publikumspreis. »Josephine« wird auch bei der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb laufen. Zur besten US-Doku wählte die Jury den Film »Nuisance Bear« über einen Eisbären, dessen Lebensraum von Menschen immer mehr eingeengt wird. Der in den Bergen Montenegros gedrehte Film »To Hold a Mountain« erhielt die Auszeichnung in der Kategorie »World Cinema Documentary«. Es geht um eine Schäferin und ihre Tochter, die sich dagegen wehren, dass die Bergregion zu einem NATO-Übungsgelände wird.

Das größte US-Filmfest für unabhängige Produktionen mit über 90 Spielfilmen wurde zum 42. Mal veranstaltet. Es fand zum letzten Mal in dem kleinen Wintersportort Park City in Utah statt. 2027 verlegt es seinen Sitz nach Boulder im Nachbarstaat Colorado. (dpa/jW)

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