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Bericht: Rheinmetall soll Bundeswehr Satelliten für mindestens 1,8 Milliarden Euro liefern

Foto: Michael Matthey/dpa

Berlin. Der Rüstungskonzern Rheinmetall soll von der Bundesregierung einen Milliardenauftrag für ein satellitengestütztes Aufklärungssystem erhalten. Das berichtete Reuters am Dienstag unter Berufung auf eine Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Das Auftragsvolumen beläuft sich demnach zunächst auf rund 1,76 Milliarden Euro. Rheinmetall will neben dem traditionellen Rüstungsgeschäft auch im Weltraum stärker aktiv werden. Das System mit dem Namen »Spock« soll die neue, dauerhaft stationierte Panzerbrigade 45 der Bundeswehr in Litauen mit Aufklärungsdaten versorgen. Es liefert wetter- und tageszeitunabhängig Radarbilder. Diese sollen mit einem »KI«-System ausgewertet werden.

Der Vertrag mit dem deutsch-finnischen Joint Venture Rheinmetall ICEye Space Solutions soll noch in diesem Monat unterzeichnet werden. Bei Ausübung aller Optionen kann das Gesamtvolumen auf über 2,7 Milliarden Euro steigen. Die Laufzeit erstreckt sich bis Ende 2030. An dem Gemeinschaftsunternehmen ist Rheinmetall mehrheitlich beteiligt, Partner ist der finnische Spezialist ICEye.

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Der Codename »Spock« bzw. »Spock 1« stehe für »SAR-Spacesystem for persistent operational tracking Stufe 1«, wie Welt am Sonntag am 23. November berichtete. »Was die Konkurrenz verärgert, ist die Tatsache, dass Rheinmetall wieder einmal mit überschaubarer eigener Expertise einen Milliardenauftrag vom Bund an Land zieht«, kolportierte das Blatt weiter. Das Joint Venture müsse »zunächst einmal eine eigene Produktion aufbauen«.

Im Gespräch mit Welt am Sonntag habe der Chef von Berlin Space Technologies, Tom Segert, darauf hingewiesen, dass die Ausschreibung für »Spock« zu Beginn als Vergabevorgang für Satellitendaten vorgesehen gewesen sei, aber nicht für Satelliten. Die Vergabe ohne Ausschreibung an Rheinmetall und ICEye könne Segert nicht nachvollziehen. Er und andere mögliche Anwärter für den Auftrag würden darauf verweisen, dass die Satelliten des Joint Ventures »ungewöhnlich teuer« seien. Überhaupt werde das Verteidigungsministerium dafür kritisiert, lukrative Aufträge »immer wieder an die gleichen Konzerne« zu vergeben, berichtete das Blatt im November. (Reuters/jW)

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Erschienen am 10.12.2025, Inland

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