Zum Inhalt der Seite
Literatur

Roter Käfer, schwarze Punkte

Der diesjährige Fontane-Literaturpreis der Stadt Neuruppin und des Landes Brandenburg geht an Lisa Kränzler. Damit wird die in Dresden lebende Autorin für ihr Kunstmärchen »Mariens Käfer« (Verbrecher-Verlag 2024) ausgezeichnet, wie das Brandenburger Kulturministerium mitteilte. »Es ist ein Märchen, ein Gleichnis, eine Fabel, so kunst- wie anspruchsvoll, so überraschend wie lustig«, sagte Kulturstaatssekretär Tobias Dünow. In der Geschichte gehe es um »einen Käfer, der mal was erleben will«. Und darum, wie der Käfer zum roten Panzer mit den schwarzen Punkten kommt. Die Jury lobte die sprachliche Vielfalt des Buches. »Von Anklängen an den schwäbischen Dialekt und die frühneuzeitliche Volkssprache des ersten Teils bis zur schnoddrigen und punkigen Gegenwartserzählung im ebenso umfangreichen zweiten Teil«, sagte der Juryvorsitzende Iwan-Michelangelo D’Aprile. Kränzler hebe sich ab von einem Trend der Gegenwartsliteratur zur autobiographischen Ich-Erzählung und der bloßen Abbildung der vermeintlichen Realität – sie breche auf in literarisches Neuland. Die Verleihung soll am 6. Juni in der Kulturkirche in Neuruppin stattfinden. Der mit 40.000 Euro dotierte Fontane-Literaturpreis wird als zweijähriges Stipendium an Autorinnen und Autoren verliehen, die mit einem Werk erstmalig herausragendes öffentliches Interesse geweckt haben. Der Literaturpreis, der alle zwei Jahre vergeben wird, wurde erstmals 1913 verliehen. Frühere Preisträger waren Alfred Döblin, Günter Grass, Wolf Biermann, Christa Wolf und Günter de Bruyn. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 02.05.2025, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!