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Marokko verärgert über Spaniens König

Madrid. In den Beziehungen zwischen den benachbarten Königreichen Spanien und Marokko kriselt es. Anlass ist die Vereidigung des neuen uruguayischen Präsidenten Yamandú Orsi am Sonntag, wie die spanische Internetzeitung El Independiente berichtete. Zu ihr war nicht allein eine hochkarätige Delegation aus Madrid angereist, angeführt von König Felipe VI., sondern auch Brahim Ghali, der Präsident der Demokratischen Arabischen Republik Sahara und Generalsekretär der Westsahara-Befreiungsfront Polisario, mit der Marokko sich im Kriegszustand befindet. Auf Fotos war nun zu sehen, dass Ghali bei der Zeremonie direkt hinter Felipe saß und von diesem begrüßt wurde. Marokkanische Medien warnen daher vor einem möglichen neuen Zerwürfnis mit Madrid, wie es das 2021 gegeben hatte, als Ghali in Spanien wegen einer Covid­erkrankung behandelt wurde.

Allerdings hat Marokko angesichts des Konfliktes in der Westsahara mittlerweile neue Freunde gewonnen. Am Dienstag teilte der Independiente mit, dass Rabat soeben Lizenzen für die Erdgasförderung in der Westsahara an eine Firma aus Israel vergeben habe. Mit dem nahöstlichen Apartheidstaat ist Rabat seit 2020 über die von US-Präsident Donald Trump initiierten Abraham-Verträge verbunden. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.03.2025, Seite 6, Ausland

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