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Impfsalbe statt Impfspritze

Stanford. Nicht wenige Menschen haben Angst vor Spritzen, die zur Zeit das gebäuchlichste Mittel sind, um Impfungen zu verabreichen. Djenet Bousbaine von der Stanford University und ihr Team haben nun eine neue Möglichkeit entdeckt, wie sie im Fachmagazin Nature berichten. Dazu untersuchten die Wissenschaftlerinnen die Bakterienart Staphylococcus epidermidis, die bei praktisch jedem Menschen auf Haut und Schleimhaut vorkommt. Der Forschung war bereits bekannt, dass diese Bakterienart eine antibakterielle Substanz produziert und damit sich und indirekt auch den Menschen vor anderen Keimen schützt. Bousbaine und ihre Kollegen wollten wissen, wie stark und in welcher Form das Immunsystem auf Staphylococcus epidermidis reagiert und ob sich das möglicherweise nutzen lässt. Dafür brachten sie die gentechnisch umgewandelten Bakterien auf dem Kopffell von Mäusen aus, deren Haut normalerweise nicht mit Staphylococcus epidermidis besiedelt ist, und untersuchten, wie das Immunsystem der Tiere darauf reagierte. Das Ergebnis: Die Mäuse bildeten Antikörper, die nach sechs Wochen eine höhere Konzen­tration erreicht hatten, als dies bei einer regulären Impfung typisch ist. Die Forscher wollen nun weitere Untersuchungen an Affen durchführen. Sollten die Ergebnisse positiv sein, könnte der neuartige Impfansatz per Salbe innerhalb von zwei bis drei Jahren in klinischen Studien an Menschen getestet werden. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.12.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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