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Avignon: »Prozess der Feigheit« beklagt

Avignon. Im Rahmen des in Frankreich laufenden Prozesses gegen ihren Ehemann hat Gisèle Pelicot diese Woche deutliche Worte gefunden. Die 71jährige, die von ihrem Partner und anderen Männern über Jahre hinweg betäubt und vergewaltigt worden war, verurteilte am Dienstag in Avignon die Feigheit der Beschuldigten, die behaupten, sie hätten nicht gewusst, dass es sich um eine Vergewaltigung handelte. Pelicot fügte hinzu, die patriarchalische Gesellschaft Frankreichs müsse sich ändern. Die meisten der 50 anderen Männer, die vor Gericht stehen, hatten zuvor erklärt, sie hätten nicht gewusst, dass sie Pelicot vergewaltigten, oder dass sie nicht die Absicht gehabt hätten. »Für mich ist dies der Prozess der Feigheit, anders kann man es nicht beschreiben«, sagte Pelicot und fügte hinzu, dass es keine Entschuldigung dafür gebe, sie zu vergewaltigen, als sie bewusstlos war. Auch die gemeinsame Tochter der Pelicots erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. (Reuters/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.11.2024, Seite 15, Feminismus

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