-
01.06.20241 Leserbrief
- → Ausland
Russland warnt vor Atomwaffeneinsatz
Moskau. Russland droht nach der Lockerung der Einsatzbeschränkungen für westliche Waffen im Ukraine-Krieg erneut mit dem Einsatz von Atomwaffen. Russland bluffe nicht, warnte am Freitag Expräsident Dmitri Medwedew mit Blick auf taktische Atomwaffen, die im Gegensatz zu strategischen Atomwaffen für den Einsatz auf dem Gefechtsfeld gedacht sind und den Gegner nicht vollständig vernichten sollen. Der Konflikt könne sich zu einem umfassenden Krieg ausweiten, warnte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin. Ein führender russischer Parlamentarier drohte dem Westen zudem mit einem asymmetrischen Krieg. Medwedews Äußerungen folgen auf die sukzessive Rücknahme von Auflagen für die Ukraine zum Einsatz westlicher Waffen. Auch hatte die Ukraine zuletzt mit Drohnenangriffen das nukleare Frühwarnsystem Russlands beschädigt. (Reuters/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
-
Onlineabonnent*in Joachim S. aus B. 1. Juni 2024 um 11:01 UhrDie Meldungen großer Nachrichtenagenturen sind meistens mit Vorsicht zu genießen. So auch die von Reuters, Russland drohe mit dem Einsatz von Atomwaffen. Richtigerweise titelt die jW »Russland warnt vor Atomwaffeneinsatz«, um im folgenden Satz schon in die semantische Falle von Reuters zu tappen, die nukleare Bedrohung gehe von Russland aus. Ist es aber nicht so, dass die ständige Eskalation, die wahre Bedrohung also, nicht von Russland, sondern von der NATO ausgeht? Die NATO drängt doch die Welt ganz offensichtlich zielgerichtet immer näher an den Abgrund eines nuklearen Konflikts. Reuters macht in seiner Meldung die mögliche Reaktion darauf semantisch zur gewollten Aktion Russlands. Reuters darf das, denn es ist klar, wessen Interessen diese Agentur zu bedienen hat. In die jW sollte diese geschickte Täter-Opfer-Umkehr besser keinen Eingang finden.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!