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25.07.20231 Leserbrief
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UNO: Millionen im Sudan vertrieben
Genf. Seit dem Ausbruch des Konflikts im Sudan vor 100 Tagen sind laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mehr als 3,3 Millionen Menschen vertrieben worden. Davon seien etwa 740.000 Menschen ins benachbarte Ausland geflohen, berichtete die Organisation am Montag in Genf. UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi forderte, »dass alle Konfliktparteien diesen tragischen Krieg sofort beenden«. Bis zur Aufnahme eines Dialogs zwischen Militär und Paramilitärs müssten die Flüchtenden vor Gewalt geschützt werden. Die Zustände in den Gastländern Ägypten, Äthiopien, dem Südsudan, dem Tschad und der Zentralafrikanischen Republik seien »grauenvoll«, beklagte das UNHCR in seiner Mitteilung. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF erklärte ebenfalls am Montag, dass bislang in den Kämpfen mindestens 435 Kinder getötet und mindestens 2.025 verletzt wurden. (dpa/jW)
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Onlineabonnent*in Gottfried W. aus Berlin 24. Juli 2023 um 17:49 UhrMoin, die Berichterstattung über den Sudan lässt eine dröhnende Stille zurück. Geht möglicherweise etwas nicht wie geplant? Nein, oder doch? Das Geweine als sich Herr Perthes aus dem Staub machen durfte. Dann die vorgebliche Neutralität, Aufruf an beide Seiten, wem hilft das? Dem Status quo? Einig dürften sich alle sein, dass nur eine Seite mit der Luftwaffe arbeitet, nur die des alten bedrohten Typen. Mit Waffen aus dem Westen, möglicherweise auch mit den nötigen Absicherungen und Netzwerken, möglicherweise wird verheizt, was halt noch zu greifen ist. Auf der anderen Seite ist eine Strategie mit viel einfacher Bewaffnung und Volkskriegs Elementen zu beobachten, vernetzt mit dem neuen Geld der Scheichtümer. Die Erinnerung an Wohlstand und Reichtum und hohe Kultur in der Region zwischen den großen Flüssen ist aktuell wirkmächtig. Die sich verschiebenden Gewichte sind nicht zu negieren und stellen westliche Hegemonie in der Region empfindlich in Frage. Die vom Westen aufgezwungenen Konflikte in Jemen und Nordäthiopien brennen aus, eine Entkolonialisierung könnte die Vorherrschaft in nicht allzu langer Zeit beenden.
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