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Leipziger Buchmesse

Walcher vs. Wieland

Vor zwölf Jahren hat Clemens J. Setz den Preis der Leipziger Buchmesse schon einmal gewonnen, jetzt ist der Österreicher erneut nominiert worden. Sein Roman »Monde vor der Landung« (Suhrkamp) steht auf der Shortlist für den Preis, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. In der Kategorie Belletristik können sich außerdem Ulrike Draesner (»Die Verwandelten«, Penguin), Joshua Groß (»Prana Ex­trem«, Matthes & Seitz), Dincer Gücyeter (»Unser Deutschlandmärchen«, Mikrotext) und Angela Steidele (»Aufklärung. Ein Roman«, Insel) Hoffnung auf die Auszeichnung machen.

Reizvoll nimmt sich die thematische Bandbreite der nominierten Sachbücher aus. Auf der Listen findet sich neben Jan Philipp Reemtsmas gerade erschienener Biographie seines Hausgottes Wieland (»Christoph Martin Wieland. Die Erfindung der modernen deutschen Literatur«, C. H. Beck), mit der er wieder einmal die zweite Garde der Weimarer Klassik gegen deren erste in Stellung bringt, auch Regina Scheers Buch über die jüdische Kommunistin Hertha Walcher (1894–1990), einst u. a. Sekretärin Clara Zetkins (»Bittere Brunnen. Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution«, Penguin). Hinzu kommen Carolin Amlingers und Oliver Nachtweys vieldiskutierte Analyse des libertären Autoritarismus (»Gekränkte Freiheit«, Suhrkamp), Simone Schlindweins Anklage der Ausbeutung der afrikanischen Natur zugunsten westlicher Länder (»Der grüne Krieg«, Ch. Links) und Birgit Weyhes Comicband über die schwarze US-Germanistin Priscilla ­Layne (»Rude Girl«, Avant).

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird am 27. ­April verliehen. Er wird in den Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch/Essayistik vergeben. In diesem Jahr waren nach Angaben der Messe 465 Werke aus 161 Verlagen eingereicht worden. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.03.2023, Seite 11, Feuilleton

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