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WM

Was soll man sagen?

Al-Chaur. Die Frage nach einem bei der Fußball-WM in Katar gestorbenen Bauarbeiter störte den Trainer der französischen Mannschaft, Didier Deschamps. »Das ist ein sensibles Thema. Ich möchte mein Bedauern ausdrücken, auch im Namen des Verbandes«, sagte Deschamps am Freitag auf einer Pressekonferenz, fügte dann aber hinzu: »Die Frage hat vielleicht für Sie eine Priorität, aber meine Priorität liegt auf dem Spiel. Das heißt nicht, dass wir abseits des Fußballs gefühllos sind. Aber man sollte nicht alles mischen.«

Die FIFA hatte am Mittwoch abend einen Bericht der Sportnachrichtenseite The Athletic bestätigt, wonach ein Mann infolge eines Unfalls bei Reparaturarbeiten im Teamhotel der Delegation Saudi-Arabiens ums Leben gekommen sei. Der Weltverband sei »zutiefst betrübt über diese Tragödie«, die »Gedanken und unser Mitgefühl sind bei der Familie des Arbeiters«, teilte ein Sprecher der FIFA mit.

Deschamps, dessen Team am Sonnabend im Viertelfinale in Al-Chaur auf England trifft, sagte dann: »Was soll ich sagen? Sie haben die Frage gestellt, aber Sie kannten meine Antwort. Ich bin hier mit meinem Team. Wir sind Fußballer. Fußballer sind nicht in einer Position, ­Probleme abseits des Fußballs zu lösen.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.12.2022, Seite 11, Feuilleton

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