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Fall Khashoggi: US-Gericht beugt sich Washington

Washington. Ein US-Bundesrichter hat eine Klage gegen den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman wegen der Ermordung des regierungskritischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi (englisch: Jamal Khashoggi) abgewiesen. Er verwies dabei am Dienstag (Ortszeit) auf eine von der US-Regierung übermittelte Stellungnahme, wonach der Verklagte amtierender Regierungschef »und damit immun« sei. Bin Salman ist allerdings erst im September zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Unter anderem diese zeitliche Abfolge bereite ihm »Unbehagen«, erklärte Richter John Bates. Auch wenn Chaschukdschis Verlobte Hatice Cengiz in ihrer Klage »starke« Argumente vorgebracht habe, müsse er dem Regierungsstandpunkt folgen. Cengiz wollte in dem Prozess den Nachweis erbringen, dass bin Salman hinter der Ermordung Chaschukdschis im Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul stand. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.12.2022, Seite 1, Ausland

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