-
23.03.2022
- → Feuilleton
Nicht alle Russen
Das tschechische Nationaltheater in Prag ändert wegen des Ukraine-Kriegs sein Programm für die nächste Saison. Die ursprünglich geplante Premiere einer Inszenierung der Oper »Pantöffelchen« des russischen Komponisten Peter Tschaikowski (1841–1893) entfällt, wie der Sprecher der Bühne, Tomas Stanek, am Dienstag auf Anfrage bestätigte. Er verwies auf Teile der Erzählung, die vom »großen russischen Reich« handelten. Man stehe an der Seite der Ukraine und unterstütze ihren Kampf für ihre Unabhängigkeit. An der Programmänderung gab es indes auch Kritik. »Tschaikowski hat mit dem heutigen Konflikt nichts zu tun«, lautete ein Leserkommentar auf dem Portal Seznam Zpravy. Der Nationaltheater-Sprecher beschwichtigte, dass keineswegs alle russischen Autoren aus dem Repertoire verschwinden würden. Man werde weiterhin Stücke wie die Dramatisierung des Dostojewski-Romans »Der Idiot« oder das Ballett »Schwanensee« zur Musik Tschaikowskis aufführen. (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!