-
15.12.2020
- → Feuilleton
John le Carré gestorben
John le Carré ist tot. Der Bestsellerautor ist am Sonnabend im Alter von 89 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben, wie der Verlag Penguin Books am Sonntag abend mitteilte. Le Carré, der mit bürgerlichem Namen David Cornwell hieß, war vor allem für seine Spionageromane bekannt. Geboren wurde er am 19. Oktober 1931 in der südenglischen Grafschaft Dorset. Geheimnisse, Verrat und Lügen durchzogen sein familiäres Umfeld. Das waren später auch die Themen, die er in seinem literarischen Werk verarbeiten sollte. Seine Mutter verließ die Familie, als er fünf Jahre alt war. Sein Vater war ein Hochstapler, der zwischen erschwindeltem Reichtum und dem Gefängnis pendelte. Mit ihm setzte sich le Carré in vielen Büchern auseinander, etwa in »Ein blendender Spion« (1986). Le Carré studierte Germanistik in der Schweiz und arbeitete als Agent für den britischen Geheimdienst – allerdings nicht besonders erfolgreich. Währenddessen fing er an zu schreiben; mit seinem dritten Roman – »Der Spion, der aus der Kälte kam« – schaffte er den Durchbruch.
Er wurde hochgeschätzt für seine intelligenten, spannenden Spionagegeschichten, die sich hauptsächlich um den Kalten Krieg drehen. Gut und Böse verschmelzen hier stetig miteinander, die Agenten sind keine aalglatten Helden, sie haben Stärken und Schwächen. Zentraler Charakter ist der ziemlich desillusionierte Spion George Smiley, der von seiner Frau betrogen wird und an der Skrupellosigkeit seiner Branche leidet. Der Fall des Eisernen Vorhangs veränderte le Carrés Themenwahl: Seine Bücher handelten fortan von Waffenhandel, Machenschaften von Pharmakonzernen und dem Krieg gegen den Terror. (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!