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Dort verankern, wo die Musik spielt

Jetzt vernetzen! Heute: junge Welt und Gewerkschafter (5)

Von Dr. Manfred Sohn, ver.di

Dr. Manfred Sohn,
ver.di, Personalrat und Aufsichtsrat:

Vernetzung heißt zur Zeit vor allem Verbreitung der jungen Welt. Grundlage der Verbreitung ist die Verankerung ihrer Leser im Betrieb und in den Gewerkschaften. Alles Gerede bleibt heiße Luft, wenn nicht jW-Leser sich dort verankern, wo im Kapitalismus die Musik spielt: in den Betrieben. Bevor nicht, sagen wir mal, 5000 jW-Leser Betriebs- und Personalräte, Vertrauensleute und Funktionsträger in den Gewerkschaften sind, gibt’s auch kein wirkliches Netz, sondern nur die ersten Grundfäden. Aber dort anzufangen, wäre für die, die solche Funktionen noch nicht haben, der erste entscheidende Schritt, ein solches Netz zu knüpfen.

Nach diesem ersten Schritt ist dann im Prinzip alles ganz einfach, jedenfalls mache ich persönlich mir das ganz einfach: bringe Artikel, die passen, in die Umlaufmappen für den Personalrat, erfreue auch schon mal die Gegenseite im Aufsichtsrat mit Artikeln aus der jW, die die gegenwärtige Krise schon ankündigten, als jene noch heftig in die Aktienhausse einstiegen, schreibe selbst in der jW, rede drüber und füttere die Genossenschaft mit einem Teil meiner Aufsichtsratsgelder – und hänge diese Information dann ans Schwarze Brett.

Wünsche? Ja, mehr Artikel, Interviews, Berichte von Streikaktionen oder einfach Reportagen über die Mühen der Ebenen, in denen wir Betriebs- und Personalräte werkeln. Das lesen Kärrner wie wir immer gerne, und das würde der jW bei mir im Betrieb weitere Sympathie bringen und irgendwann, glaube ich, auch mehr Abos. So schlössen sich die Kreise und bildeten das Netz.

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.11.2002, Seite 4, Aktion

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