-
07.06.2017
- → Feuilleton
Einsatz Sokurow
Der russische Filmemacher Alexander Sokurow soll im Dezember in Berlin den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk erhalten – für »seinen mutigen Einsatz für die Freiheit der Kunst«, wie die European Film Academy mitteilte. Nach einem Studium an der Moskauer Filmhochschule WGIK wurde Sokurow in der Sowjetunion mitunter zensiert. Im Westen hat er schon viele Preise erhalten. 2012 kritisierte er in einem offenen Brief an Wladimir Putin eine Kommerzorientierung der Filmförderung, bezeichnete den Kapitalismus als »falschen Weg«. In jenem Jahr stimmte die Stadtduma St. Petersburgs gegen eine Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den Regisseur, der sich an Lenin vergangen habe (im Film »Taurus«, 2001) und ein notorischer Gotteslästerer sei. Zuletzt stellte Sokurow 2015 in Venedig seinen Film »Francofonia« über die Besetzung des Louvre durch die Nazis vor. (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!