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Zschäpe-Gutachter in Erklärungsnot

München. Der Freiburger Psychiater Joachim Bauer, der die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe für vermindert schuldfähig erklärt hatte (siehe jW vom 20.5.), gerät immer stärker in die Kritik. Mehrere Nebenkläger im NSU-Prozess stellten am Mittwoch einen Befangenheitsantrag gegen den Sachverständigen, der von Zschäpes Wunschverteidigern als Gutachter benannt worden war. In dem Antrag heißt es, Bauer habe jede professionelle Distanz verloren. Er betrachte sich offenbar als »eine Art Beschützer« der mutmaßlichen Rechtsterroristin.

Die Nebenkläger begründen das mit einer E-Mail Bauers an den Online-Chef der Welt-N24-Gruppe, in der dieser einen »exklusiven Beitrag« über Zschäpe angeboten hat. Unter anderem vergleicht er darin den Prozess mit einer »Hexenverbrennung«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.05.2017, Seite 4, Inland

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