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NSU: Leumundszeuge für Agent J. H.

Berlin. Der frühere Verfassungsschutzinformant J. H. war am Donnerstag wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Phantombild eines NSU-Tatverdächtigen Thema im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Der Zeuge Burkhard Schnieder, ehemals Gruppenleiter des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen, erklärte dem Gremium, seine Kollegen und er hätten dem Informanten den Bombenanschlag auf ein deutsch-iranisches Lebensmittelgeschäft in der Kölner Probsteigasse nicht zugetraut.

Zu dieser Bewertung kamen sie, kurz nachdem ihre damalige Chefin Mathilde Koller 2012 die Ähnlichkeit mit dem Phantombild festgestellt hatte. Von einer Alibiüberprüfung wusste Schnieder nichts. Man habe die Bundesanwaltschaft informiert. J. H. war juristisch unter anderem gegen die Nennung seines Namens in junge Welt vorgegangen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.11.2016, Seite 4, Inland

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