Zum Inhalt der Seite

Weiterer Zeuge sah Zschäpe mit Marschner

Berlin. Die Bundesanwaltschaft führt geheime Ermittlungen zur Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU). Das hat die Welt am Sonntag berichtet und dabei auf eigene Recherchen verwiesen. Die Ergebnisse der Ermittlungen würden demnach sowohl »der Öffentlichkeit als auch den Richtern im NSU-Prozess, den Verteidigern und den Opferanwälten« vorenthalten. Erkenntnisse gäbe es laut Welt am Sonntag auch durch Vernehmungen zur Rolle von Ralf Marschner. Dieser hatte unter dem Decknamen »Primus« für das Bundesamt für Verfassungsschutz gearbeitet und das NSU-Mitglied Uwe Mundlos und möglicherweise auch Beate Zschäpe in seiner Baufirma beschäftigt. Demnach sei sich ein weiterer Zeuge sicher, Zschäpe gemeinsam mit Marschner in dessen Bekleidungsgeschäft The Last Resort Shop gesehen zu haben. Ähnliche Aussagen eines Geschäftspartners von Marschner hatte das Landeskriminalamt Sachsen 2011 als nicht belastbar eingestuft. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 18.04.2016, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!