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Eine Hinwendung

Comics sind längst wichtiger Bestandteil der politischen Bildung, erklärte Bernd Dolle-Weinkauff vom Institut für Jugendbuchforschung an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main aus Anlass einer dreitägigen Konferenz, die heute in seinem Haus beginnt. Es gebe seit Jahren einen stetigen »Trend zur Literarisierung« von Comics. »Damit verbunden ist eine Hinwendung zu ernsten Themen.« Ein Wendepunkt sei Ende der 1980er Jahre Art Spiegelmans »Maus« gewesen, die Geschichte eines Holocaust-Überlebenden. »Heute haben wir Graphic Novels zu allen großen Konflikten der Gegenwart wie Nahostkonflikt oder Islamismus.« Vorteil des Mediums: »Die Kombination von Bild und Text ermöglicht eine größere Sinnlichkeit.« Die Comicforschung stecke noch in den Kinderschuhen, auch wenn inzwischen Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker damit befasst seien. »Unterentwickelt« sei die Wirkungsforschung. Hier seien Soziologen gefragt. Die Tagung seines Instituts hat den Titel »Geschichte im Comic – Geschichte des Comic«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.09.2015, Seite 11, Feuilleton

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