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Post Post, Kameraden!

Es gibt, an- und vergeblich, die »Postmoderne«; bis heute weiß ich nicht, was das sein soll, aber genau das scheint ja auch Sinn der Angelegenheit zu sein: Laberzerwirrnis stiften.

Manchmal kommt ein Briefträger allerlei Geschlechts vorbei; dieses Vorkommnis ist allerdings so selten geworden, dass ich ihn, den zum »Zusteller« herabgewürdigten und -gewürgten Menschen, »Homme« oder »Femme de Lettre« nenne, oder, damit er oder sie es, ganz korrekt à la mode, besser verstünde, »Letterman« beziehungsweise selbstredend »Letterwoman«.

Doch unverdrossen schreibe ich – herrliches Wort – weiterhin »Ansichtskarten« und auch Briefe, die beide ein zwar längst offenes, aber handschriftlich schön privates Inneres bergen. Und das soll so bleiben.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.07.2015, Seite 11, Feuilleton

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