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Exbürgermeister: Kein Schutz vom Landkreis

Tröglitz. Der nach einem angekündigten Aufmarsch von Neonazis zurückgetretene ehrenamtliche Ortsbürgermeister von Tröglitz in Sachsen-Anhalt sieht seinen Ort nicht als braunes Nest. Die NPD fahre vielmehr Unterstützer zu Demonstrationen herbei, Tröglitzer seien kaum darunter, sagte der ehemalige Amtsinhaber Markus Nierth (46) am Montag. Er sei auch nicht aus Angst vor den Rechten zurückgetreten: »Mir fehlte der gesellschaftliche Mindestschutz. Darüber bin ich enttäuscht.« Der Landkreis habe zu einer geplanten Kundgebung vor seinem Wohnhaus nicht nein gesagt. Erst nach Nierths Rücktritt sagte die neofaschistische Partei den Aufmarsch ab. Wulf Gallert, Linke-Fraktionschef im Landtag Sachsen-Anhalts, sprach von einer Niederlage für alle Menschen, die sich für Weltoffenheit einsetzen. Nierth hatte sich vielfach um Flüchtlinge bemüht. (dpa/jW)

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.03.2015, Seite 4, Inland

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