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Ausspähung: taz zeigt Mitarbeiter an

Berlin. Nach dem mutmaßlichen Spähangriff auf seine Kollegen hat die tageszeitung (taz) gegen einen ihrer Mitarbeiter Strafanzeige gestellt und arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet. Der Redakteur sei dabei beobachtet worden, »wie er einen sogenannten Keylogger aus dem USB-Slot eines Redaktionscomputers abgezogen hat«, berichtete die Chefredaktion am Montag auf ihrer Homepage taz.de. Per Keylogger werden Eingaben eines Benutzers am Computer protokolliert, darunter auch Passwörter. »Die Fassungslosigkeit über die Spähattacke dauert an«, schilderte Chefredakteurin Ines Pohl gemeinsam mit Kochef Andreas Rüttenauer. Zu einem für Montag angesetzten Gespräch mit dem beschuldigten Mitarbeiter war dieser nicht erschienen. Nach Berichten von Welt und NDR handelt es sich um Sebastian Heiser, der als taz-Mitarbeiter kürzlich eine mutmaßliche Schleichwerbeaffäre bei der Süddeutschen Zeitung aufdecken wollte, die ins Jahr 2007 zurückdatiert. Heiser stützte seine diesbezüglichen »Enthüllungen« auf verdeckt mitgeschnittene Gesprächsprotokolle. Kurz darauf wurde bekannt, dass bei der taz – Heisers Arbeitgeber – am Rechner einer Praktikantin ein sogenannter Keylogger entdeckt worden war. Das Gerät sieht aus wie ein USB-Stick, eignet sich aber dazu, Rechner auszuspähen und Tastatureingaben aufzuzeichnen. Ein Mitarbeiter sei dabei beobachtet worden, wie er versucht habe, den Keylogger zu entfernen, schreibt die taz in ihrer Chronologie. Er habe daraufhin erklärt, er habe lediglich einen »USB-Stick herausgezogen«. Der Keylogger-Einsatz des Kollegen habe das Vertrauen intern wie extern beschädigt: »Das Redaktionsgeheimnis ist ein hohes Gut«. Eine Tageszeitung lebe nicht nur vom Vertrauen ihrer Leser, sondern auch dem der Interviewpartner oder Informanten. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.02.2015, Seite 15, Medien

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