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Studioboß der 80er

Der israelische Filmproduzent Menachem Golan ist am Freitag im Alter von 85 Jahren in Tel Aviv gestorben. Golan hatte in den 80ern sein eigenes Hollywoodstudio. Die Produktionsfirma Cannon, die Golan mit seinem Cousin aufbaute, war spezialisiert auf billige Action, Gewalt und Sex, brachte Stars wie Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme oder Sharon Stone hervor. Golan führte oft selbst Regie. Das Handwerk hatte er als Roger Cormans Regieassistent gelernt. Künstlerische Ambitionen verfolgte das Studio mit Produktionen wie Franco Zeffirellis »Otello« (1986) oder Jean-Luc Godards »King Lear« (1987). Bis zu 1200 Kinos in den USA und Europa gehörten zum Konzern, der Jahresumsätze von bis zu einer Milliarde Dollar machte, durch opulente Produktionen wie Roman Polanskis »Piraten« (1986) oder »Superman 4« mit Christopher Reeve jedoch in die roten Zahlen geriet und schließlich von Golan an den Großverleiher Pathé verkauft wurde. Golan kehrte Mitte der 1990er Jahre nach Israel zurück und drehte noch mehr als zehn Jahre lang Filme, darunter »Gianni Versace – Der Mord« (1998) mit Franco Nero in der Rolle des 1997 in Miami ermordeten italienischen Modeschöpfers. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.08.2014, Seite 13, Feuilleton

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