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Für »genitale Autonomie«

Berlin. Anläßlich des »Welttages der genitalen Autonomie« (»Worldwide Day of Genital Autonomy«), der am Mittwoch begangen wurde, erinnerte die Organisation Terre des Femmes (TdF) daran, daß laut Weltgesundheitsorganisation WHO 140 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. Nach Schätzung von TdF ist die Zahl doppelt so hoch, weil die WHO nicht berücksichtige, daß auch im mittleren Osten und Südostasien die Praktik vollzogen wird.

Die Organisation »Zwischengeschlecht – Menschenrechte auch für Zwitter« wies am Dienstag erneut darauf hin, daß in der Bundesrepublik noch immer Babys mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen an den Genitalien verstümmelt werden. Betroffene müßten als Jugendliche oder Erwachsene selbst bestimmen können, ob es Eingriffe geben soll, fordert der Verein. Die BRD war 2011 vom UN-Ausschuß gegen Folter aufgefordert worden, kosmetische Genitaloperationen und Kastrationen an Kindern aufzuarbeiten und Opfer angemessen zu entschädigen. Der UN-Behindertenrechtsausschuß forderte Deutschland im April 2014 auf, bis spätestens zum 25. Juli Statistiken zu Zwangskastrationen und anderen Eingriffen bei Hermaphroditen zur Verfügung zu stellen.(jW)
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zwischengeschlecht.org

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.05.2014, Seite 15, Feminismus

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