Zum Inhalt der Seite

Auschwitz-Bewacher steht vor Gericht

Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen einen 93 Jahre alten ehemaligen SS-Wachmann des NS-Vernichtungslagers Auschwitz erhoben. Der Vorwurf laute auf Beihilfe zum Mord, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Zuständig ist das Landgericht Ellwangen. Laut Anklage hatte der Mann zwischen 1941 und 1943 Wachbereitschaft in Auschwitz. Durch seine Tätigkeit habe er »den Lagerbetrieb und damit die Vernichtungsaktionen unterstützt«, hieß es. Bei einem Dutzend Häftlingstransporten während seiner Dienstzeit seien als »nicht arbeitsfähig« eingestufte Menschen in den Gaskammern getötet worden. Der seit Mai in Untersuchungshaft sitzende Mann leistete demnach in mehr als 10000 Fällen Beihilfe zum Mord. Das Landgericht Ellwangen muß jetzt über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

(Reuters/dpa/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 27.09.2013, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!