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06.02.2013
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Ägypten: Tränengas gegen Trauernde
Kairo. Bei Protesten gegen Polizeiwillkür in Ägypten haben sich Demonstranten und die Polizei am Montag erneut heftige Auseinandersetzungen geliefert. In der Stadt Tanta im Nildelta gingen Beamte mit Tränengas gegen einen Trauerzug vor, der sich nach der Bestattung des in Polizeigewahrsam gestorbenen Aktivisten Mohammed Al-Guindi der Provinzverwaltung näherte, wie Augenzeugen berichteten. Teilnehmer des Trauerzugs und Einwohner bewarfen die Polizisten daraufhin mit Steinen, diese antwortete mit noch mehr Tränengas und setzte Schrotgewehre ein.
Mindestens 18 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Neun Jugendliche wurden laut Polizei festgenommen, nachdem sie ein Einsatzfahrzeug in Brand gesetzt hatten. Al-Guindi war nach Angaben seiner Partei Volksströmung am Montag »infolge von Folter« durch die Polizei gestorben. Er war Ende Januar nach einer Demonstration gegen die Regierung verschwunden. Für Empörung sorgten bereits am Wochenende Aufnahmen von einem 50jährigen Arbeiter, der offenbar am Rande von Protesten in der Nähe des Präsidentenpalasts von Polizisten mit Knüppeln verprügelt wurde. Sie rissen ihm die Kleider vom Leib und schleiften ihn dann nackt zu einem Transporter. Aus Protest gegen die Gewalt legte Kulturminister Mohammed Saber Arab am Montag sein Amt nieder. (AFP/jW)
Mindestens 18 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Neun Jugendliche wurden laut Polizei festgenommen, nachdem sie ein Einsatzfahrzeug in Brand gesetzt hatten. Al-Guindi war nach Angaben seiner Partei Volksströmung am Montag »infolge von Folter« durch die Polizei gestorben. Er war Ende Januar nach einer Demonstration gegen die Regierung verschwunden. Für Empörung sorgten bereits am Wochenende Aufnahmen von einem 50jährigen Arbeiter, der offenbar am Rande von Protesten in der Nähe des Präsidentenpalasts von Polizisten mit Knüppeln verprügelt wurde. Sie rissen ihm die Kleider vom Leib und schleiften ihn dann nackt zu einem Transporter. Aus Protest gegen die Gewalt legte Kulturminister Mohammed Saber Arab am Montag sein Amt nieder. (AFP/jW)
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