Zum Inhalt der Seite

Merkel verschiebt NPD-Entscheidung

Berlin. Die Bundesregierung wird erst im kommenden Jahr darüber entscheiden, ob sie einen NPD-Verbotsantrag stellen wird. »Wir haben unsere Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen«, sagte Kanzlerin Angela Merkel (Foto) am Donnerstag in Berlin. Die Regierung werde sich im ersten Quartal 2013 positionieren. Den Beschluß der Länder für das neue Verbotsverfahren nehme die Bundesregierung mit Verständnis zur Kenntnis. Sie werde nun dem Bundestag die gut 1000 Seiten starke Materialsammlung gegen die NPD zukommen lassen.

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Donnerstag auf einem Treffen in Berlin beschlossen, einen zweiten Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht zu stellen. Mit 16 zu null Stimmen fiel das Votum eindeutig aus. Die Regierungsschefs folgten damit einem Votum der Innenministerkonferenz vom Mittwoch. (dapd/Reuters/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 07.12.2012, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!