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Gefährliche Almhütte

TV

Demnächst im Radio

Ob Podcast, Livestream im Internet oder Digitalradio: Radioprogramme sind nicht mehr ausschließlich auf die raren UKW-Frequenzen angewiesen. Und doch läßt sich feststellen, daß ohne UKW alles nichts ist. Reine Webpräsenz läßt einen Sender im Kampf um Aufmerksamkeit, den die zahllosen, weil recht einfach einzurichtenden Internetradiosender untereinander führen, untergehen. Und Digitalradio braucht ohnehin kein Mensch. Schließlich hat jeder schon ein UKW-Radio. Nur um die gleichen Stationen digital zu empfangen, wird sich niemand eines der teuren Geräte zum Empfang von DAB+ (dem angeblich endgültigen Standard) kaufen.

Auch was Sendervielfalt angeht, bietet Digitalradio wenig neue Spielräume. Die Lizenzvergabe läuft ähnlich konservativ wie im UKW-Bereich. Freie Radios und Offene Kanäle sind mangels Förderung kaum vertreten. Das duale System wird in den digitalen Bereich übertragen. Und gerade beim Stichwort digital könnte man in der ARD dazu neigen, Kultur- und Infowellen auf das digitale Gleis abzuschieben. Im Fernsehen sind zuschauerfreie Spartenkanäle ja bereits die Antwort von ARD und ZDF aufs 21. Jahrhundert.

Noch kann man in jeder Region über UKW einen Sender mit eigener Hörspielabteilung empfangen. Zum Beispiel SWR 2 mit der Ursendung der Bearbeitung von Nora Miedlers 2009er Debüt »Warten auf Poirot« (heute um 22.03 Uhr, SWR 2). Eine von fünf Freundinnen, die in einer Almhütte gemeinsam Urlaub machen und eingeschneit werden, ist eine gemeingefährliche Mörderin.


Der Gewinner des ARD Hörspielpreises 2011 war Jan Georg Schüttes »Altersglühen oder Speed Dating für Senioren« (So. 17.04 Uhr, SR 2). Lustige Improvisationskunst, bei der Partner und Mikro rotieren.

Am Wochenanfang wartet auf DKultur mit »Zahltag« (Mo 21.33 Uhr) noch ein Krimi von Dirk Josczok. Zweifellos ein Muß ist das neue Hörspiel von Schorsch Kamerun. Anders als der Titel »Kann mir nicht vorstellen, daß es weiter geht« nahelegt, hat es für die Vorweihnachtszeit Anti-Weltuntergangsstimmung parat, auf einem Doppelsendeplatz des WDR (Mo., 23.05 Uhr, WDR 3, Di., 23.00 Uhr, 1 Live).Rafik Will
Themen:
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.12.2012, Seite 13, Feuilleton

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