Zum Inhalt der Seite

Kampagne gegen Kinderarbeit

Genf. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat eine Kampagne gegen Kinderarbeit in Haiti gestartet, wie sie am Mittwoch mitteilte. Eines von zehn Kindern arbeitet laut ILO in dem mittelamerikanischen Land als Haushaltshilfe oder »Restavek«. Das kreolische Wort kommt vom französischen »rester avec«, »bei jemandem bleiben«. Der ursprüngliche Brauch, daß Wohlhabendere Kinder Verwandter aufnahmen, um ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen, habe sich zu einer Form von Menschenhandel und moderner Sklaverei entwickelt, erklärte in Genf Nancy Robinson, Beraterin des internationalen Programms für die Abschaffung der Kinderarbeit in Haiti.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF leben in Haiti 225000 Kinder zwischen fünf und 17 Jahren als »Restavek«. Es sind vor allem Mädchen, die durchschnittlich zehn bis 14 Stunden am Tag arbeiten müssen, zu wenig zu essen bekommen und häufig Mißhandlung, Demütigung und sexueller Gewalt ausgesetzt sind. UNICEF zufolge sind 15jährige Restaveks durchschnittlich vier Zentimeter kleiner und 20 Kilo leichter als ihre Altersgenossen in Haiti.

(jW)

www.ilo.org
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 31.08.2012, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!