Zum Inhalt der Seite

Obdachlosen-Mord aus Fremdenhaß

Düsseldorf. Der Mord an einem vietnamesischen Obdachlosen in Neuss hat womöglich einen rassistischen Hintergrund. Zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Düsseldorf räumte der Hauptangeklagte am Montag ein, Kontakte zur Hooligan- und Neonazi-Szene sowie Hakenkreuz-Tätowierungen zu haben. Auf Nachfragen des Richters erklärte der vielfach vorbestrafte Intensivstraftäter, Ausländer seien für ihn »Kanacken«. Zur Anklage äußerte sich der 18jährige nicht. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem Mitangeklagten Ende März den schlafenden Obdachlosen ausgeraubt und geschlagen zu haben. Der 59jährige vietnamesische Familienvater starb an einer Vielzahl von Verletzungen. Die beiden Angeklagten kannten ihr Opfer aus einem Obdachlosenheim in der Nähe des Tatortes. Bei ihrem Überfall hatten die Männer wenige Euro und eine Baseball-Kappe erbeutet.

(dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 08.11.2011, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!