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Italien: Seismologen vor Gericht

Rom. Sieben Wissenschaftler und Experten stehen seit Dienstag in Italien vor Gericht, weil sie nicht ausreichend vor dem schweren Erdbeben vom 6.April 2009 in der Bergregion rund um die Stadt L’Aquila gewarnt haben sollen. Die Anklage lautet auf Totschlag. Damals kamen 308 Menschen ums Leben, und die mittelalterliche Stadt L’Aquila wurde weitgehend zerstört. Tausende Menschen wurden obdachlos. In einem eine Woche vor dem Beben verfaßten Bericht kamen die Wissenschaftler zu dem Schluß, daß ein schweres Erdbeben in der Region unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen sei. Tausende Seismologen auf der ganzen Welt protestierten mit einer Petition gegen den Prozeß, weil Erdbeben nicht vorhersagbar seien.

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.09.2011, Seite 6, Ausland

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