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Pérez Becerra bleibt in Haft

Der in Kolumbien inhaftierte Journalist Joaquín Pérez Becerra kommt nicht auf freien Fuß. Eine Richterin lehnte am Donnerstag (Ortszeit) den Antrag der Verteidigung ab, das Verfahren gegen den Leiter der alternativen kolumbianischen Nachrichtenagentur ANNCOL einzustellen, weil die von der Anklage vorgelegten Beweismittel nicht zulässig seien. Dabei handelt soll es sich ausschließlich um Dateien handeln, die von den Computern des am 1. März 2008 ermordeten FARC-Comandante Raúl Reyes stammen sollen. Mitte Mai hatte der Oberste Gerichtshof Kolumbiens solche Beweise jedoch für unzulässig erklärt. Die Staatsanwaltschaft wies den Antrag der Verteidigung jedoch zurück. Sie verfüge über »weitere Beweise«, die sie erst in der Anklageschrift aufführen werde. Die Richterin schloß sich diesem Standpunkt an. Der Zeitpunkt für eine Entscheidung über die Zulässigkeit der Beweise sei noch nicht gekommen.

Pérez Becerra war in den 90er Jahren vor politischer Verfolgung nach Schweden geflohen. Vor einigen Jahren nahm er die schwedische Staatsbürgerschaft an. Ende April wurde er bei der Einreise in Venezuela verhaftet und nach einem Schnellverfahren an Kolumbien ausgeliefert.
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(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.2011, Seite 7, Ausland

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