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Mahnwache bei Oury-Jalloh-Prozeß

Magdeburg. Mit einer Mahnwache vor dem Magdeburger Landgericht erinnerten Landsleute und Unterstützer an Oury Jalloh. Der aus ­Sierra Leone stammende Asylbewerber kam vor fünf Jahren in einem Dessauer Polizeirevier unter ungeklärten Umständen ums Leben. Jalloh soll die Matratze, auf der er an Händen und Füßen gefesselt lag, selbst mit einem Feuerzeug angezündet haben und wenig später an einem Hitzeschock gestorben sein. Der wachhabende Polizist wurde in erster Instanz von dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) kippte das Urteil wegen mangelnder Beweiswürdigung. In dem neuen Verfahren, das am Mittwoch begann, wird dem Angeklagten vorgeworfen, nicht schnell genug auf das Signal eines Feuermelders in Jallohs Zelle reagiert und damit billigend in Kauf genommen zu haben, daß der Asylbewerber durch Rauch und Feuer verletzt wird. Mutter und Bruders des Toten treten als Nebenkläger auf. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.01.2011, Seite 1, Inland

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