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Iranerin verklagt deutsche Reporter

Tabris. Die wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani will die beiden im Iran inhaftierten deutschen Reporter verklagen. Sie habe ihrem Sohn gesagt, er solle die beiden Deutschen, ihren ehemaligen Anwalt Mohammed Mostafaie sowie die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, verklagen, erklärte sie am Samstag vor ausländischen Journalisten. Die kurze Pressekonferenz war von Justizvertretern im Gästehaus einer staatlichen Wohlfahrtsorganisation im nordwestiranischen Tabris angesetzt worden. Fragen an Aschtiani waren den anwesenden Reportern untersagt.

»Die Art und Weise und der Inhalt der berichteten Äußerungen werfen viele Fragen auf«, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Aus Diplomatenkreisen verlautete, es sei »leider nicht ungewöhnlich, daß Menschen im Iran zu Aussagen genötigt werden«. (AFP/jW)
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.01.2011, Seite 6, Ausland

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