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Kronzeuge Wallraff

Das Kölner Verlagshaus DuMont Schauberg hat sich am Wochenende zum Opfer einer Springer-Kampagne erklärt. Die Kölner Bild-Zeitung hatte zuletzt täglich über Verwerfungen in der Verlegerfamilie DuMont berichtet. Die Anlässe lieferte allerdings meist Konstantin Neven DuMont selbst. Er griff seinen Vater Alfred Neven DuMont auch in Interviews mit der Kölner Bild an. Am Samstag nun nahm die DuMont-Zeitung Express die »Springer-Kampagne« auf den Titel. Im Innenteil hieß es, in Springers Welt werde spekuliert, daß die »gegenwärtige Situation für das Verlagshaus zu einer ernsten Krise führen (könne), für deren Bewältigung das Geld fehlt«. Gegen diese Formulierung seien juristische Schritte eingeleitet worden. Zitiert wurde aus einem Schreiben des journalistischen DuMont-Vorstand Franz Sommerfeld an Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, in dem »die einfachen Regeln menschlichen Anstandes und journalistischer Wahrhaftigkeit« eingeklagt werden.

Als Kronzeugen bot der Express Günter Walraff auf. Der findet es »schändlich« von Springer, »die Situation aus Konkurrenzgründen auszuschlachten«. Wallraff: »Das Haus Springer hätte allen Grund, sich in dieser Beziehung – angesichts des tragischen Freitodes des Sohnes von Axel Springer – zurückzuhalten.«


(ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.11.2010, Seite 12, Feuilleton

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