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Skandalurteil in Israel

Tel Aviv. Ein israelisches Militärgericht hat zwei Soldaten zu Bewährungsstrafen verurteilt, die während der Gaza-Offensive ein palästinensisches Kind als menschliches Schutzschild mißbraucht hatten. Wie eine Korrespondentin des israelischen Armeerundfunks berichtete, wurden die beiden Männer am Sonntag zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem seien die Hauptfeldwebel einen militärischen Rang zurückgestuft worden. Das Gericht hatte die beiden Soldaten Anfang Oktober schuldig gesprochen, im Januar 2009 einen damals neunjährigen Jungen gezwungen zu haben, die Taschen gefangener Palästinenser auf gefährliche Inhalte zu durchsuchen. Das Oberste Gericht Israels hatte ein solches Vorgehen zuvor ausdrücklich verboten.

Die Nichtregierungsorganisation Rechte des Kindes – International (DEI) kritisierte das Urteil scharf. »Glauben die israelischen Behörden, daß eine Bestrafung mit drei Monaten auf Bewährung eine angemessene Strafe für zwei schwerbewaffnete Soldaten ist, die ein neunjähriges Kind als menschliches Schutzschild mißbraucht haben?«, erklärte DEI-Vertreter Gerard Horton. Er bezeichnete das Urteil als »unglaublich«. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.11.2010, Seite 6, Ausland

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