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Bewegung im Fall Faber

München. In den Fall des seit Jahrzehnten unbehelligt in Bayern lebenden verurteilten Nazikriegsverbrechers Klaas Carel Faber kommt nun offenbar doch Bewegung. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag, sie habe am Dienstag mit dem niederländischen Justizminister Ernst Hirsch Ballin über den Fall des 88jährigen gesprochen und sei dabei auf offene Ohren gestoßen. Sie freue sich, »daß mein niederländischer Amtskollege große Bereitschaft gezeigt hat« mit einem neuen Ersuchen das Urteil gegen Faber »in Deutschland zur Vollstreckung zu bringen«, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Die niederländische Justiz hatte den ehemaligen SS-Mann nach dem Krieg wegen der Ermordung von 22 Juden zum Tode verurteilt, das Urteil wurde aber in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Im Jahr 1952 brach er aus dem Gefängnis aus und floh nach Deutschland. Die Niederlande bemühten sich mehrfach um eine Auslieferung. Da der Niederländer Faber als Mitglied der SS die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, lehnte die BRD-Justiz dies immer wieder ab.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.09.2010, Seite 5, Inland

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