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Brandanschlag in Dresden

Dresden. Wenige Tage nach dem Brandanschlag auf das linke Wohnprojekt »Die Praxis« in Dresden-Löbtau versuchte am frühen Dienstag morgen ein unbekannter Täter ein ebenfalls von Anhängern der linken Szene bewohntes Haus im Stadtteil Pieschen mit einem Molotowcocktail in Brand zu setzen. Wie die Betroffenen am Dienstag mitteilten, landete der Brandsatz in einem Schlafzimmer, in dem sich zum Tatzeitpunkt eine Person aufhielt. Die verwendete Bierflasche zerbrach nicht, so daß der Brand schnell durch einen Bewohner gelöscht werden konnte.

Das Wohnprojekt ist offenbar seit längerem im Visier von Neonazis. Seit März 2010 wurden in Dresden Aufkleber entdeckt, die die Fassade des Hauses zeigen und die Aufschrift »Antideutsche Strukturen – Robert-Matzke-Straße 16 angreifen« tragen. Ermittlungen gegen den presserechtlich Verantwortlichen, einen »Freien Nationlisten« aus Siegen, hat die Staatsanwaltschaft Dresden vor wenigen Wochen eingestellt. Der Brandanschlag stelle »eine neue Qualität der Bedrohung durch neonazistische Angriffe dar«, heißt es in der Erklärung. In der jüngeren Vergangenheit seien mehrmals Flaschen und Steine auf Fenster des Hauses geworfen worden. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.08.2010, Seite 4, Inland

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