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Kundus-Ausschuß: Kritik an Regierung

Chemnitz. Der ehemalige UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan und heutige Grünen-Bundestagsabgeordnete Tom Koenigs führt den tödlichen NATO-Luftschlag in Kundus vom September vergangenen Jahres unter anderem auf mangelnde Landeskenntnis der deutschen Soldaten zurück. Sie seien meist nur kurze Zeit in Afghanistan und hätten daher »wenig Zugang zur Bevölkerung«, sagte Koenigs der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse (Samstagausgabe). So leuchte nicht ein, wie man auf die Idee kommen könne, an den Tanklastern hielten sich keine Zivilisten auf. Koenigs, der im Kundus-Untersuchungsausschuß sitzt, warf der Bundesregierung zugleich mangelnde Kooperation bei der Aufklärung vor. So erhalte der Ausschuß »die nötigen Unterlagen nur sehr langsam«. Zudem versuchten die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und FDP »mit allen Mitteln, die Untersuchungen in die Länge zu ziehen«. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.04.2010, Seite 4, Inland

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