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Kambodschanische Armee auf thailändischem Gebiet

Bangkok schätzt Lage als sehr ernst ein. Schwere Kämpfe halten an

Bei den heftigen Kämpfen um die letzte Bastion des entmachteten kambodschanischen Ko-Ministerpräsidenten Prinz Norodom Ranariddh im Norden des Landes sind Truppen am Mittwoch auf das Gebiet des Nachbarstaates Thailand vorgedrungen. Armeevertreter in der Grenzregion schätzten die Situation nach eigenen Angaben als sehr ernst ein. Die thailändischen Streitkräfte bereiteten sich demnach darauf vor, die etwa 200 kambodschanischen Kämpfer außer Landes zu vertreiben. Zunächst war nicht klar, ob es sich bei den Eindringlingen um Anhänger des neuen Machthabers Hun Sen handelte oder um Truppen seines gestürzten Widersachers Ranariddh.

Zu dem Zwischenfall kam es nach Angaben eines Armeeangehörigen in Bangkok, als thailändische Streitkräfte am Morgen mit Warnschüssen auf Hun Sens Truppen auf den Einschlag einer Granate rund 400 Meter hinter der thailändischen Grenze antworteten. Damit sollten die Kämpfer aus Phnom Penh gewarnt werden, daß Bangkok die Ausweitung der bewaffneten Auseinandersetzungen auf eigenes Gebiet nicht tolerieren werde. Falls es zu weiteren Gefechten hinter der Grenze kommen sollte, werde Bangkok über die »Notwendigkeit einer erneuten Verwarnung nachdenken«, sagte ein ranghoher Militärvertreter. Möglicherweise hätten die Kämpfer die nur undeutlich ausgewiesene Grenze während der Gefechte unabsichtlich übertreten.

Nach zunächst unbestätigten Angaben eines kambodschanischen Offiziers gehörten die Grenzübertreter zu Ranariddhs Anhängern. Truppen von Ministerpräsident Hun Sen hatten zuvor den Ring um Ranariddhs letzte Bastion, O'Smach, enger geschlossen. Wie ein thailändischer Militärsprecher berichtete, tobte ein intensiver Kampf um den Ort nahe der Grenze zu Thailand.

(AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.08.1997, Seite 0, Ausland

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