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Neue Beweise gegen SS-Mann Boere

Aachen. Im derzeit vor dem Aachener Landgericht laufenden Prozeß gegen den früheren SS-Mann Heinrich Boere haben die Anwälte der Nebenklage neue Beweise vorgelegt. Demnach soll Boere im Mai 1944 den niederländischen Widerstand ausspioniert haben. In ziviler Kleidung habe er sich als von den Deutschen Verfolgter ausgegeben, um die Namen von Widerstandskämpfern herauszufinden. Aufgrund seiner Denunziation wurden 52 Menschen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 88jährigen zudem dreifachen heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Boere, der 1940 der Waffen-SS beigetreten war, soll 1944 zusammen mit weiteren SS-Männern drei Zivilisten erschossen haben. Boere war bereits 1949 wegen der Taten in Amsterdam in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden, später wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Diese hatte der 1954 vor dem Prozeß in die Bundesrepublik geflüchtete SS-Mann nie verbüßt. Das Verfahren wird am 19.Februar fortgesetzt. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.02.2010, Seite 15, Antifaschismus

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