Zum Inhalt der Seite

AKW-Lobby mobilisiert gegen Röttgen

Berlin. Der Vorstoß von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zum raschen Atomausstieg ist auf harsche Kritik in Baden-Württemberg und Hessen gestoßen. Die dortigen Amtskolleginnen Tanja Gönner und Silke Lautenschläger (beide CDU) verwiesen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ausdrücklich auf den Koalitionsvertrag, der längere Laufzeiten vorsieht. Die Atomenergie werde »sicher noch über das Jahr 2022 hinaus« gebraucht, argumentierten sie. Röttgen hatte zuvor dafür plädiert, sich möglichst bald von der Atomkraft zu verabschieden und auf erneuerbare Energien zu setzen.

In Deutschland gibt es derzeit 17 AKW. In Baden-Württemberg droht laut dem »rot-grünen« Atomausstieg dem alten Meiler Neckarwestheim1 demnächst die Abschaltung, in Hessen ist es der Atommeiler Biblis A. Ihre Laufzeit könnte verlängert werden, wenn sie Stromkontingente aus dem stillgelegten Reaktor Stade erhielten. Darüber laufen derzeit die Verhandlungen mit den Stromkonzernen. (ddp/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 08.02.2010, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!